Insgesamt gibt es in Deutschland knapp neun Millionen Aktionäre. Im vergangenen Jahr kamen etwa 560.000 neue hinzu. Direkte und indirekte Aktieninvestments trugen dabei gleichermaßen zu der Steigerung bei. Offensichtlich erkennen Anleger zunehmend, dass Aktieninvestments eine sinnvolle Ergänzung für das Portfolio sind. Sie gehen das Risiko ein, obwohl Aktien kurzfristig mit Kursausschlägen nach oben und unten verbunden sein können. Die neuen Aktienmarkteinsteiger haben das mit dem schlechtesten Börsenstart in der Geschichte am eigenen Leibe erfahren müssen. Langfristig treten diese Verluste jedoch zugunsten einer attraktiven Aktienrendite in den Hintergrund.

„Wenn Anleger in der Aktie kein kurzfristiges Spekulationsobjekt mehr sehen, sondern eine nachhaltig renditeträchtige Anlageform, ist dies ein gutes Zeichen für die Aktienkultur in Deutschland“, sagt Christine Bortenlänger, geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts, das die aktuellen Aktionärszahlen Dienstag veröffentlichte.

Eine wirkliche Alternative zu einem Aktieninvestment ist nämlich nur noch schwer zu finden. Die Niedrigzinsphase zwingt die deutschen Sparer dazu, sich nach Assets außerhalb von Bankguthaben und Staatsanleihen umzusehen. Das erkennen auch die jüngeren Sparer: In der Gruppe der Anleger unter 40 Jahren gibt es im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von rund 170.000 Aktionären und Aktienfonds-Anlegern. Das ist eine Steigerung von über zehn Prozent.

Auch der Rückstand hinsichtlich des Aktienbesitzes in den neuen Bundesländern wurde in den letzten fünf Jahren nahezu aufgeholt. Gab es 2011 im Osten Deutschlands nur 8,6 Prozent Aktienanleger, sind es heute bereits 12,6 Prozent. In Westdeutschland ist der Anteil im gleichen Zeitraum dagegen mit 14,4 Prozent stabil geblieben.

„Dass nur 14 Prozent der Bevölkerung am Aktienmarkt partizipieren, ist immer noch viel zu wenig“, kritisiert Bortenlänger. Diese Entwicklungen müssten sich jedoch in den kommenden Jahren weiter verfestigen, damit das Potential der Aktie für Vermögensbildung und Unternehmensfinanzierung besser als bisher ausgeschöpft werde.

Aktuelles Marktumfeld schreckt ab
Im Vergleich zu den USA, wo jeder zweite Bürger Aktien besitzt, ist die Aktienquote in Deutschland noch unterentwickelt. Breite Bevölkerungskreise spüren nach wie vor eine große Unsicherheit bei der Aktienanlage und den Effekten auf die Vermögensbildung. Gemessen am aktuellen Marktumfeld ist das auch nicht verwunderlich.

Um sich eine Altersvorsorge mit Aktien aufzubauen, braucht man einen langen Atem: So benötige man bei einer monatlichen Sparrate von 100 Euro – bei einer historischen Aktienrendite von ca. neun Prozent pro Jahr – etwa 26 Jahre, um ein Vermögen von 120.000 Euro zu erwirtschaften. Das ergäbe dann eine monat¬liche private Zusatzrente von 500 Euro, die der Sparer 20 Jahre lang zur Auf¬besserung seiner Altersrente einsetzen könne, rechnet das Deutsche Aktieninstitut vor. Zum Vergleich: Bei der Rendite deutscher Staatsanleihen betrage die Ansparzeit dafür beim aktuellen Zinsniveau mehr als 70 Jahre. Genauso gut kann man sein Erspartes derzeit unter dem Kopfkissen aufbewahren. Die stärkere Nutzung von Aktien und Aktienfonds hat also eine überaus wichtige vermögenspolitische Komponente.

Der Zeitpunkt für den Einstieg kommt immer näher
Auch wenn die Aktienmarkteinsteiger im vergangenen Jahr, gemessen an den aktuellen Börsenkursen, zunächst einmal eine Schwächephase durchstehen müssen, bleibt die Entscheidung richtig, in Aktien zu investieren. Das gilt vor allem für die 86 Prozent der Deutschen über 14 Jahre, die noch keine börsengelisteten Wertpapiere besitzen. Denn die Kurse sind seit Jahresbeginn um etwa 16 Prozent gefallen. Die Bewertungen der Unternehmen werden also für einen Einstieg in den Aktienmarkt immer attraktiver.

Eine Übersicht der beliebtesten Aktienfonds der FondsDISCOUNT.de-Kunden bestätigt, dass ein langfristiges Investment am Aktienmarkt Sinn macht (siehe Tabelle). Die Wertentwicklung nimmt mit dem Investitionszeitraum um ein Vielfaches zu. Wer in den vergangenen fünf Jahren in den DWS Aktien Strategie Deutschland investiert hat, auch wenn nach einem Jahr lediglich 4,22 Prozent zu Buche standen. Zudem kann ein aktives Fondsmanagement wie beim Fondak A von der Allianz auch in Krisenphasen Verluste abfedern. Doch auch langfristige ETFs auf den Dax wie der iShares Core DAX® (DE) oder der ComStage DAX® ETF, die aufgrund ihrer Index-Abbildung seit Jahresbeginn deutlich verloren haben, stehen in der Fünf-Jahres-Performance immer noch deutlich im Plus.

FondsnameWKNTypPerformance, 1 JahrPerformance, 3 Jahre^Performance, 5 Jahre
DWS Aktien Strategie Deutschland976986 Aktienfonds, aktiv4,22 %62,18 %84,88 %
Concentra A €847500 Aktienfonds, aktiv-2,02 %35,99 %62,52 %
Fondak A847101 Aktienfonds, aktiv-3,41 %31,86 %36,54 %
iShares Core DAX® (DE)593393 Aktienfonds, passiv-9,09 %23,84 %35,34 %
ComStage DAX® ETFETF001 Aktienfonds, passiv-8,58 %25,31 %37,29 %
Quelle: FondsDISCOUNT.de (Edisoft: Stand, 11.02.2016)