Mehreren Medienberichten zufolge musste die traditionsreiche Reederei Rickmers einen Insolvenzantrag stellen. Der Grund: Die HSH Nordbank, die selbst im Schiffsmarkt viel Geld verloren hat (siehe Video), verweigert der Reederei die Gewährung neuer Kredite. Das Sanierungsprogramm der Reederei ist damit gescheitert, bevor es beginnen konnte. „Der HSH-Vorstand hat das Rickmers-Sanierungskonzept sorgfältig geprüft und erachtet dieses als betriebswirtschaftlich nicht tragfähig", sagte ein Sprecher der Bank dem Nachrichtensender N-TV.

Was bedeutet das für Anleger?
Die Auswirkungen der Schifffahrtskrise haben dazu geführt, dass sich bei der Reederei Rickmers Schulden in Höhe von 1,5 Milliarden Euro angesammelt haben. Investoren in eine Hochzinsanleihe der Reederei mit einem Coupon von 8,875 Prozent müssen nun befürchten, dass sie einen Großteil ihres investierten Kapitals verlieren könnten, nachdem die Rickmers Holding AG, die Dachgesellschaft der Rickmers-Gruppe von Bertram Rickmers, am Donnerstag Insolvenz anmelden musste.

Nichts zu befürchten haben hingegen Investoren in Fonds der Gesellschaft Nordcapital, denn das Unternehmen gehört nicht mehr zur Rickmers-Gruppe: „Die Brüder Bertram Rickmers und Erck Rickmers betreiben zwei rechtlich voneinander unabhängige Unternehmensgruppen. Somit sind auch Nordcapital sowie die einzelnen Beteiligungsgesellschaften und ihre Investoren von der Entwicklung der Unternehmensgruppe von Bertram Rickmers nicht betroffen.“, so eine Sprecherin der Nordcapital auf Nachfrage von FondsDISCOUNT.de.

Zur Unternehmensgruppe von Erck Rickmers heißt es weiter in der Stellungnahme:
„Die E.R. Capital Holding GmbH & Cie. KG ist die Finanzholding verschiedener maritimer Dienstleister und Investitionsgesellschaften des Hamburger Unternehmers Erck Rickmers. Zu der 1992 in Hamburg gegründeten Unternehmensgruppe gehören die Ship Management Gesellschaften E.R. Schiffahrt und E.R. Offshore sowie die Investitionsgesellschaft Nordcapital. Nordcapital ist auf unternehmerische Beteiligungen spezialisiert. Das Unternehmen finanziert und betreut Projekte in den Bereichen Transport, Energie und Immobilien."

Nordcapital investierte von 1992 bis Ende 2015 rund 6,8 Milliarden Euro in geschlossene Fonds. Das Unternehmen avancierte im Jahr 2011 dem Verband Geschlossene Fonds zufolge zum größten Anbieter von geschlossenen Schiffsfonds in Deutschland, gemessen am platzierten Eigenkapital. Neue Fonds gibt es jedoch zu nächst nicht: „Nordcapital hat die Auflage neuer Fonds zunächst zurückgestellt, bis hierfür wieder ein geeignetes Sentiment bei potenziellen Investoren gegeben ist und attraktive Projekte entwickelt werden können.

Weitere Informationen zur Rolle der HSH-Nordbank bei der Vergabe von Schiffskrediten liefert das NDR Wirtschaftsmagazin Panorama:

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