Wer hierzulande den Wasserhahn aufdreht, macht sich in der Regel keine Gedanken über das kostbare Nass. Für uns ist sauberes und preiswertes Wasser eine Selbstverständlichkeit. Und doch ist Wasser eine global gesehen äußerst knappe und nicht ersetzbare Ressource. So hat sich durch das rapide Bevölkerungswachstum der globale Wasserverbrauch seit 1980 verdoppelt, gleichzeitig gingen viele natürliche Trinkwasserspeicher durch großflächige Abholzungen von Wäldern verloren. Etwa eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sicherem oder sauberen Trinkwasser, zugleich werden weltweit nur fünf Prozent der Abwässer gereinigt – was wiederum zur zunehmenden Verschmutzung von Gewässern führt. Vielerorts herrscht drängende Wasserknappheit, was künftig zu Konflikten um diese lebensnotwendige Ressource führen könnte. Das World Economic Forum hat den drohenden Wassermangel sogar als eines der größten zehn globalen Risiken für die Menschheit bezeichnet. Die nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser gehört daher zu den zentralen Herausforderungen unseres Jahrhunderts.


Wasser ist auch ein Investment-Thema
Limitiertes Angebot und steigende Nachfrage machen Wasser auch als Investment interessant. Anleger erhalten durch spezielle Wasserfonds Zugang zu einem lukrativen Marktsegment. In den Portfolios der Fonds findet sich die ganze Bandbreite an Unternehmen, die im Bereich Wasserver- und -entsorgung tätig sind. Wichtige Gesellschaften in diesem Bereich sind beispielsweise die China Water Affairs Group Limited, die ebenfalls in China ansässige Sound Global Holdings Limited oder auch die französische GDF SUEZ S.A. sowie die deutsche RWE AG. Übrigens: Wer gleichzeitig Wert auf den Aspekt „Nachhaltigkeit“ legt, sollte die Investitionskriterien des jeweiligen Fonds genau studieren. Nur so kann man sichergehen, dass z.B. nicht in Unternehmen wie Nestlé, Danone oder Coca-Cola investiert wird – sie verdienen am Abfüllen von Trinkwasser in Plastikflaschen. Die Produktion der Flaschen, lange Transportwege und schließlich die entstehenden Müllberge sind jedoch alles andere als ökologisch. Zudem gibt es Kritik am Geschäft mit dem Wasser in armen und trockenen Regionen.

Gesellschaftlicher Nutzen und attraktive Gewinnchancen
„Beim Thema Wasserinvestments geht um zwei Faktoren: einerseits lässt die Angebotsverknappung bei steigender Nachfrage den Schluss zu, dass Unternehmen aus dem ‚Wassersektor‘ größere Wachstums- und damit Gewinnchancen ausweisen als der Branchendurchschnitt. Das ist für Investoren aus Renditegesichtspunkten eine interessante Perspektive“, erläutert Markus Güntner, Nachhaltigkeitsexperte bei Swisscanto Asset Management International SA. „Andererseits“, so Güntner weiter, „ haben Wasserinvestments in der Regel einen gesellschaftlichen Nutzen im Blick und erfüllen den häufigen Anlegerwunsch, das Kapital unter Einhaltung nachhaltiger Kriterien zu investieren.“ Für den Analysten sind insbesondere Unternehmen interessant, die im Bereich Wasser-Infrastruktur tätig sind: „Diese Unternehmen werden durch politische beziehungsweise regulatorische Rahmenbedingungen Unterstützung erhalten, wie dies in Anbetracht der extremen Dürre gegenwärtig schon in Kalifornien der Fall ist. Für unseren Wasserfonds ist der Teilbereich Infrastruktur entsprechend wichtig.“ Beispielsweise würden für die Erneuerung und den Ausbau von Wasserleitungssystemen in den nächsten Jahren enorme Investitionen erforderlich sein. Als Beispiel für ein aussichtsreiches Unternehmen in diesem Bereich nennt Güntner „Veolia“. „Der Konzern ist global tätig und in China Marktführer bei der Behandlung von wassergefährdenden Abfällen – ein nach unserer Einschätzung wichtiger Wachstumsmarkt mit großem gesellschaftlichem Nutzen.“

Beliebte Wasserfonds im Überblick








































Fonds WKN Performance (5 Jahre)
Pictet - Water-P EUR 933349 78,47 %
KBC Eco Fund Water A0F6Z0 93,90 %
RobecoSAM Sustainable Water 763763 91,83 %
ÖkoWorld Water for Life A0NBKM 53,44 %
JSS Sustainable Water Fund A0M90M 80,49 %
SWC (LU) EF Global Water Invest A0MSPX 76,65 %









Quelle: FWW, Stand: 22. März 2017

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