Service-Telefon täglich von 8 bis 22 Uhr:   030 2757764-00

Suche: WKN/ISIN, Beteiligungen, Gesellschaften

Geldpolitik Chinas Zentralbank wertet Yuan erneut ab

Geldpolitik Foto: © / eyetronic / fotoliaShanghai: Die Abwertung des Yuan kann sich noch an der Börse in China bemerkbar machen.

Die Chinesische Volksbank wertet die Landeswährung zwei Tage in Folge ab. Langfristig will Peking eine Weltreservewährung zum US-Dollar etablieren: Der IWF rechnet mit einer Entkopplung zum Dollar in drei Jahren. Der DAX reagiert mit hohen Verlusten.


Nur einen Tag nach der Entscheidung der Chinesischen Zentralbank, die Landeswährung um 1,9 Prozent abzuwerten, rutscht der Yuan um weitere zwei Prozent ab. Die Währung fällt auf ein Vierjahres-Tief. Die People‘s Bank of China (PBOC) setzt ihren Abwertungskurs von Dienstag damit fort. Das sorgt für Turbulenzen: Der DAX verlor deutlich und fiel zeitweise sogar auf unter 11.000 Punkte. Betroffen sind deutsche Autohersteller und Zulieferer wie Daimler, BMW und Continental, für die der Export nach China plötzlich teurer wird.

Die Zentralbank reagiert damit auf schwache Wirtschaftszahlen. Im Juni betrug das BIP der Nachrichtenagentur Reuters zufolge noch 6,8 Prozent. Die Volksrepublik braucht aber hohe Wachstumsraten, um den Wohlstand zu mehren und soziale Unruhen zu vermeiden. Mit der Abwertung sollen die Exporte gestützt werden, die im Juli überraschend um 8,3 Prozent einbrachen. Chinesische Produkte werden im Ausland auf einen Schlag billiger. Damit steigt die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und die Wirtschaft Chinas wird gestärkt, so die Theorie.

Stabilität gegen Flexibilität
Auf der anderen Seite gefährdet der Schritt die Stabilität des Yuan. Das kann dazu führen, dass Kapital aus dem chinesischen Finanzmarkt abfließt. In einer Mitteilung beteuert die PBOC, dass es keine ökonomische Basis für eine konstante Abwertung des Yuan gebe, der niedrigere Referenzwert sei normal und führe zu realistischeren Wechselkursen. In Asien verloren Südkoreas Won, Malaysias Ringgit und Indonesiens Rupie alle um mindestens 0,9 Prozent an Wert.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) bezeichnet die Abwertung in einem Statement als „willkommenen Schritt“. Die Marktkräfte bekämen dadurch eine größere Bedeutung für den Wechselkurs des Yuan. Mehr Flexibilität beim Wechselkurs sei wichtig für China, um seine Position in der globalen Finanzwelt zu stärken. Dem IWF zufolge soll Chinas Währung die Kopplung an den Dollar in drei Jahren komplett aufgeben. IWF-Chefin Christine Lagarde will den Yuan in den Währungskorb des Fonds aufnehmen, in dem schon der US-Dollar, der Euro, das britische Pfund und der japanische Yen enthalten sind. Damit wäre der nächste Schritt getan, den Yuan als Weltreservewährung zu etablieren, ein erklärtes Ziel der Regierung in Peking.

Nach dem Börsencrash in China
Die Abwertung kann noch weitere Konsequenzen für den chinesischen Finanzmarkt mit sich bringen. Seitdem die Europäische Zentralbank den Euro durch das milliardenschwere Anleihen-Ankaufprogramm auf Talfahrt geschickt hat, haben chinesische Investoren verstärkt Kapital aus China abgezogen und ihre Präsenz unter anderem auf dem europäischen Anleihenmarkt verstärkt. Besonders gefragt sind europäische Unternehmens- und Staatsanleihen. Die Investitionen haben die Rendite der Wertpapiere kontinuierlich gesenkt, sodass für kurzfristige Staatsanleihen von bonitätsstarken Emittenten der Schweiz und auch Deutschland die Zinsen in den negativen Bereich rutschen können – ein neues Risiko für Anleger, die intensiv in Rentenfonds investiert sind.

Die Kurse an der chinesischen Börse wurden indes durch die Banken hochgehalten, die von der Zentralbank stets frisches Geld erhalten, um staatliche Unternehmen zu stützen. Bis die Blase platzte: Bis Ende Juli sind die Börsen in der Volksrepublik um mehr als 30 Prozent eingebrochen.

Der US-Finanzblog Zero Hedge spricht von einem globalen Währungskrieg. Darin versuchten die Zentralbanken der USA, Japans, Chinas und Europas ihre Währungen zu drücken und sich relative Wechselkursvorteile zu verschaffen. Daher vermuten einige Marktbeobachter, dass die Chinesische Zentralbank mit der Abwertung des Yuan erst am Anfang stehen könnte.
12.08.2015,

Bei Fragen und Anregungen zu diesem Artikel schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an die redaktion@fondsdiscount.de oder rufen uns unter der Service-Nummer 030 2757764-00 an. Wir freuen uns auf Ihr Feedback.


Ähnliche Artikel finden

» » » » Geldpolitik - Chinas Zentralbank wertet Yuan erneut ab

Suchbegriffe, die Leser mit diesem Thema verbinden


Mehr aus dem Bereich Marktüberblicke

Die Ölwette Die Ölwette - Aktien und Öl korrelieren so stark wie zuletzt 1980 Globale Aktienkurse und der Ölpreis bewegen sich verstärkt in eine Richtung. Doch diese Korrelation ist keine feste Größe. Ein gemäßigter Anstieg des Ölpreises könnte mehr...

Quantex-Analyse Quantex-Analyse - Zu viel Sicherheit kann zum Crash führen Vermeintlich sichere Risk-Parity-Strategien können bald gefährlich werden. Parallelen zu dem großen Crash von 1987 sind erkennbar. Eine Marktanalyse der Schweizer Fondsboutique Quantex mehr...

Märkte Märkte - Fondsmanager erklären die großen Risikofaktoren in 2016 Abschwung in China, Zinswende in den USA oder Schwellenländer? – Das Jahr 2016 kann viele Überraschungen für Investoren bereithalten. Fondsmanager von BlackRock, JPMorgan und Templeton mehr...

Unser Newsletter

... informiert Sie über aktuelle Kapitalanlagen & Marktentwicklungen

Anzeige

Kontakt

Service-Telefon
täglich von 8 bis 22 Uhr

030 2757764-00

Wir rufen Sie gern zurück! Nutzen Sie unseren kostenlosen Rückrufservice.

E-Mail: info@fondsdiscount.de
social media