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Pleite bei EN Storage Anlegern droht der Total-Verlust

Ein Supercomputer fällt auseinander, durch den Hintergrund läuft ein binärer Code Foto: © / vladimircaribb / FotoliaDie Server von EN Storage haben sich in Luft aufgelöst.

Der Skandal um EN Storage ist offenbar noch größer als bereits befürchtet: Die Millionengewinne waren scheinbar erfunden, angeblich gekaufte Datenspeicher sind unauffindbar. Der Insolvenzvertreter schätzt den Schaden auf 90 Millionen Euro.


Der Insolvenzvertreter von EN Storage hat äußerst schlechte Nachrichten für die rund 2000 Anleger. Nachdem aufgrund von Betrugsvorwürfen Ende Februar der Betrieb von heute auf morgen eingestellt wurde, ist die Sachlage wohl noch schlimmer als befürchtet. Den Anleihengläubigern drohen massive Verluste bis zum Total-Ausfall.

Der Insolvenzverwalter Holger Leichtle von der Kanzlei Schultze und Braun erklärt im Gespräch mit der Stuttgarter Zeitung, dass ein Großteil des in der Bilanz aufgeführten Geschäftsvolumens nie existiert habe. Zudem ist gleichzeitig ein Großteil der angeblich mit Anlegergeld angeschafften Technik nicht aufzufinden. Leichtle spricht wörtlich von „wenigen vorhandenen Servern“. Offenbar seien „die Gelder der Anleger nicht in die versprochene Infrastruktur investiert worden“.

Anlegern wurden Verzinsungen von fünf und sieben Prozent auf die Wertpapiere von EN Storage versprochen, das Geld sollte direkt in neue Server fließen, die dem Namen des Anlegers persönlich zugeordnet seien. In der letzten Bilanz hatte EN Storage noch einen Jahresumsatz von mehr als 55 Millionen Euro angegeben und war seit seiner Gründung im Jahr 2009 nach eigenen Angaben stetig gewachsen. Jetzt ist die EN Storage GmbH pleite.

Der Schaden soll sich laut Insolvenzverwalter auf 90 Millionen Euro belaufen. Die Kanzlei habe Forensik-Experten eingeschaltet, die das verschwundene Geld im In- und Ausland aufspüren soll. Dafür, dass Geld verschoben worden ist, „haben wir begründeten Verdacht“. Ob Anleger mit einer Rückzahlung ihres Geldes rechnen können, sei derzeit „nicht seriös abzuschätzen“, so die Kanzlei gegenüber der Stuttgarter Zeitung. Es gebe Hinweise, dass das Geld auf den Balkan geflossen sei, EN Storage hatte einen Standort in der kroatischen Hauptstadt Zagreb gegründet. Das Unternehmen kommunizierte im Vorfeld die guten Verbindungen des Geschäftsführers zur kroatischen Regierung als Argument für ein sicheres Geschäft.

Einer der beiden Geschäftsführer wurde aufgrund der Betrugsvorwürfe verhaftet, weitere Details will die Staatsanwaltschaft erst Ende April bekanntgeben. FondsDISCOUNT.de bleibt für Sie an dem Thema dran, neue Entwicklungen lesen Sie in Kürze hier im Newsbereich oder auf Facebook oder Twitter.
11.04.2017,

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