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Umfrage zur Finanzkompetenz Banken überschätzen die eigenen Kenntnisse über ihre Kunden

FinTechs mischen Produkte der Banken auf. Foto: © Mikko Lemola / fotoliaFinTechs, nicht etwa Banken, werden vom Finanzwissen der Kunden zuerst profitieren.

Eine Studie der GfK im Auftrag des Bankenverbands beklagt die mangelnden Finanzkenntnisse der Deutschen. Dabei tragen die Banken eine Mitschuld daran. Denn moderne, transparente und rentable Produkte fehlen am Markt – ebenso wie Filialen.


Eine Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung, die vom deutschen Bankenverband in Auftrag gegeben wurde, findet heraus, dass es um die Finanzkompetenz der Deutschen nicht gut bestellt ist. Die GfK befragte für die Banken etwa 1.000 Deutsche, vermutlich um die Bedeutung der Bankberatung in Deutschland wieder etwas hervorzuheben.

Ein Viertel (26 %) der Befragten wusste nicht, was „Inflation“ bedeute und lediglich die Hälfte (52 %) konnte die ungefähre Höhe der gegenwärtigen Inflationsrate nennen, kann man der Umfrage entnehmen. Mit 44 Prozent konnte auch fast die Hälfte nicht erklären, was ein Investmentfonds ist (siehe unten).

Die Medien stürzen sich auf diese Meldung, ohne zu hinterfragen, warum es denn so weit kommen konnte. Angesichts der Entwicklungen in den vergangenen Jahren liegt es nahe, dass die Banken selbst an diesem Szenario Schuld sind. Nicht die vom Bankenverband suggerierte Dummheit der Bevölkerung ist es, sondern das Desinteresse der Menschen an den Produkten der Banken im Niedrigzinszeitalter. Das sollte den Kreditinstituten zu denken geben.

Man muss gar nicht bis zur Finanzkrise zurückgehen, um sich vor Augen zu führen, warum es den Deutschen an Vertrauen in ihre Banken und deren Kapitalanlagen fehlt. In den zehn Jahren bis 2017 ist die Zahl der Filialen der Sparkassen um fast 25 Prozent geschrumpft. In den vergangenen 20 Jahren hat sich ihre Zahl halbiert. Aber nicht nur die Sparkassen trifft es. Nach Angaben der staatlichen Förderbank KfW wurden in den Jahren 2014 und 2015 insgesamt 2.200 Standorte aufgegeben – nicht nur auf dem Land. Seit der Jahrtausendwende sind insgesamt sogar über 10.000 Standorte geschlossen worden.

Wo sollen die Finanzkenntnisse denn herkommen, wenn Kunden keine Filiale mehr finden und die Beratung der Banken nicht mehr in Anspruch nehmen können?

Der Grund für die Massenschließungen der Bankfilialen liegt zum einen im Kostendruck. Das Zeitalter historisch niedriger Zinsen – an dem die Kreditinstitute maßgeblich beteiligt sind – hat dazu geführt, dass Banken die Einnahmen wegbrechen.

Ein weiterer Grund ist die Digitalisierung der Finanz-Industrie, welche die Banken eher verschlafen haben. Dies zeigt sich eindrucksvoll im Aufstieg zahlreicher erfolgreicher FinTechs. Diese jungen und dynamischen Unternehmen bringen die veralteten Strukturen und Prozesse der Banken in das 21. Jahrhundert. Die Abwicklung der Geschäfte erfolgt online, die Produkte der FinTechs sind einfach und verständlich. 

FinTechs treiben Innovation voran

Da wäre zunächst einmal das Kerngeschäft der Banken: Die Kreditvergabe. Das Produktangebot des Hamburger FinTechs KrediTech umfasst Privatkredite, eine digitale Geldbörse und einen persönlichen Finanzmanager. Dem Startup-Portal Gründerszene zufolge hat das Unternehmen über drei Millionen Kreditanträge abgewickelt.

Auch das Einlagengeschäft haben Startups für sich entdeckt. Das Festgeld-Portal Savedo.de bietet Festgeldkonten für deutsche Kunden über europäische Banken an, die geringfügig höhere Zinsen für die Festgelder zahlen können:

Hinweis: Hier geht es zu den Festgeld-Angeboten von FondsDISCOUNT.de in Zusammenarbeit mit Savedo

Nicht zuletzt lassen das Wertpapier-Geschäft und die damit einhergehende -Beratung der großen deutschen Banken zu wünschen übrig. Angenommen, ein Bankkunde schafft es trotz Fulltime-Job zu den Öffnungszeiten in eine der seltenen, aber noch existierenden Filialen. Der Kunde lässt sich darüber aufklären, was ein Investmentfonds ist, bringt etwas über die eigene Risikoneigung und den Anlagehorizont in Erfahrung und wird auch über die Risiken aufgeklärt. Erst Wochen nach dem Kauf eines Investmentfonds über seine Hausbank erfährt der Kunde, dass er über ein Online-Portal wie FondsDISOUNT.de den Ausgabeaufschlag in Höhe von fünf Prozent hätte sparen können. Auch bei den Gebühren gibt es himmelweite Unterschiede. Dies hatte der Bankberater nicht erwähnt.

Bei der nächsten telefonischen Umfrage des Bankenverbandes zur Finanzkompetenz würde dieser Kunde entsprechend verstimmt reagieren. Vielleicht wäre es angebracht, in einer weiteren Studie die Kenntnisse der Banken über ihre eigenen Kunden zu hinterfragen.

Doch der Bankberater hat seinen Job gemacht – wenn auch die Anlageberatung oft zu wünschen übrig lässt – und dem Kunden einen Fonds verkauft. Dabei hat er vielleicht sogar davon profitiert, dass der Kunde sich nicht über Alternativen im Klaren war.

Wenn sich dieser Umstand in den kommenden Jahren ändern sollte, werden sicherlich nicht die Banken zuerst davon profitieren.


Die zentralen Ergebnisse der Studie finden Sie hier



Umfrage Charts Finanzwissen
vom Bankenverband (BdB)
11.01.2018,

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