Nach mehreren Jahren mit sinkenden Preisen ist das gelbe Edelmetall 2016 wieder in die Gunst der Anleger zurückgekehrt. „Ich bin äußerst bullish für Gold“, sagt Charttechniker Samir Boyardan im Interview mit Wirtschaft TV. Der starke Fall des Goldpreises in den vergangenen Jahren um fast 50 Prozent biete nun neue Kaufsignale. Die Korrekturphase sei abgeschlossen.

Der Wert des Edelmetalls hat seit seinem Allzeithoch im September 2011 mit etwa 1900 US-Dollar pro Feinunze deutlich abgenommen und betrug im Januar dieses Jahres weniger als 1.100 US-Dollar. Dann setzte infolge des schwachen Börsenstarts 2016 eine Bodenbildung ein, die sich bis März in einen deutlichen Preisaufschwung entwickelt hat. Derzeit notiert Gold bei 1.233 US-Dollar pro Feinunze.

Zudem schaffe die Unsicherheit über eine mögliche komplette Abschaffung des Bargeldes neue Anreize für Investitionen in sichere Häfen wie Gold (siehe Video am Ende des Artikels). Boyadan hält einen Anstieg des Goldpreises auf 1.400 bis 1.500 US-Dollar pro Feinunze in diesem Jahr für möglich. Über einen längeren Zeitraum ist sogar noch mehr drin: „Längerfristig könnten wir sogar die Allzeithochs antesten.“

Tipp: Mehr zur Entwicklung des Goldpreises erfahren Sie in unserer Webkonferenz mit Nico Baumbach, Fondsmanager des HANSAgold Fonds (WKN: A0RHG7) am 31.3.2016.



Wie wahrscheinlich ist die Abschaffung des Bargeldes?
Die Diskussionen über die mögliche Abschaffung des 500-Euro-Scheines oder eine Obergrenze für Bargeld-Abhebung von 5.000 Euro haben die Debatte im Februar wieder angefacht. Sogar Bundesbank-Chef Jens Weidmann meldete sich zu Wort. Die Abschaffung des Bargelds sei eine falsche und unverhältnismäßige Antwort auf den Negativzins. Im EZB-Rat gebe es keine Tendenzen, den 500-Euro-Schein abzuschaffen, so Weidmann auf einer Bilanz-Pressekonferenz der Bundesbank in Hamburg.

Den Vorschlag des Bundesfinanzministeriums für die Einführung einerObergrenze für Bargeldauszahlungen bis 5.000 Euro hält Weidmann hingegen für unterstützenswert, wenn dadurch Geldwäsche oder Schwarzarbeit eingeschränkt werden könnten. Spanien und Portugal haben eine solche Obergrenze bereits eingeführt. In Zeiten des Bail-ins des Pleitestaats Zypern konnten Bürger mehrere Tage nur Geldbestände von wenigen hundert Euro abheben, um das Ausmaß der Kapitalflucht während des Höhepunkts der griechischen Schuldenkrise zu verhindern.

Diskutiert wird auch die Abschaffung der Ein- und Zwei-Cent-Münzen. Die Herstellung der Münzen ist teuer und übersteigt sogar ihren Wert. Sie gehen oft verloren oder landen im Sparschwein ihrer Besitzer. Auf diese Weise werden mehrere Milliarden Euro aus dem Umlauf genommen. Außerdem werden die Münzen im täglichen Zahlungsverkehr kaum verwendet. Zahlreiche Supermärkte und Einzelhändler haben ihre Preise bereits auf Fünf-Cent-Beträge geändert.

Aufgrund all dieser kleinen Nuancen zur Beschränkung des Bargeldverkehrs in Deutschland und Europa warnen Kritiker vor einer gezielten Kampagne zur totalen Abschaffung der Scheine und Münzen. Das würde die Privatsphäre des Zahlungsverkehrs deutlich einschränken.

Doch noch ist es lange nicht so weit. Allerdings scheinen sich auch institutionelle Akteure auf einen Wandel im Zahlungsmittelverkehr einzustellen. Der größte Rückversicherer der Welt – die Münchener Rück – hat kürzlich einen zweistelligen Millionenbetrag in bar eingelagert und die Goldbestände erhöht.

Viele Bankkunden folgen diesem Beispiel. Die Nachfrage nach Bankschließfächern zur sicheren Verwahrung von Vermögensgegenständen ist Angaben des Sparkassen-Verbandes (DSGV) zufolge deutlich angestiegen.

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