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Carmignac „Wir sehen keinen Grund, bullisher zu agieren“

Carmignac Foto: © / Carmignac / Jean MédecinNicht die Zentralbanken, sondern die Unternehmensgewinne sind für ein Investment entscheidend.

Finanzmarktexperte Jean Médecin von Carmignac blickt skeptisch auf die Entwicklung der Märkte. Im Gespräch mit FondsDISCOUNT.de verrät der Portfolio-Advisor, welche Unternehmen im Energiesektor dennoch Opportunitäten bereithalten.


FondsDISCOUNT.de: In Deutschland besitzen etwa zehn Prozent der Bürger Assets wie Aktien, Anleihen oder Fonds. Viele scheuen das Risiko. Was würden Sie Investoren raten, die in diesem volatilen Marktumfeld mit dem Aufbau eines Portfolios beginnen wollen?
Jean Médecin: Zuerst muss man sich über den Investitionshorizont im Klaren sein. Wer noch 20 Jahre Zeit hat bis zur Rente, der kann eher eine volatile Marktphase aushalten. Ebenso wichtig ist die Asset Allokation. Investoren sollten nach flexiblen Produkten Ausschau halten, die auf Marktrisiken reagieren können. Früher reichte es vollkommen aus, in zehnjährige Bundesanleihen zu investieren. Heutzutage gibt es dafür keine Zinsen mehr. Die Anleger müssen also ihre Komfortzone verlassen lernen. Dazu gehört auch, das Risiko in seine Anlagestrategie einzukalkulieren. Nur auf Fixed-Income-Produkte zu setzen genügt nicht. Anleger sollten aktiv werden und globaler denken.

FD: Immer mehr Investoren informieren sich zuerst im Internet über Finanzprodukte. Die Beratung in der Bankfiliale verliert an Bedeutung. Wird sich dieser Trend fortsetzen?
Médecin: Das Internet ermächtigt Investoren zum Handeln, Anlageentscheidungen werden dadurch aber nicht beschleunigt. Die Banken selbst verlieren nicht an Bedeutung, sie sind ja auch im Internet präsent. Vielmehr rückt die Frage nach dem besten Produkt in den Vordergrund. Das müssen sich auch die Banken eingestehen. Sie werden vom Produktmanager zum Produktverteiler. Offene Systeme wie unabhängige Finanzportale gewinnen an Bedeutung. Bankeneigene Produkte müssen nicht immer die besten sein.

Welche Aktien sind für Carmignac derzeit attraktiv?
Was für den Anleihenmarkt gilt, gilt auch hier. Wir haben unser Exposure im Energiesektor für den Carmignac Portfolio-Commodities Aktienfonds erhöht (WKN: 914233). Einige Unternehmen konnten bereits von den steigenden Ölpreisen in den vergangenen Wochen profitieren. Wichtig ist nur, die richtigen Unternehmen mit den besten Bilanzen und Produkten auszuwählen. Unser größtes Exposure ist im Gesundheitssektor, der unberechtigterweise unter Sorgen neuerer Medikamentenpreise leidet. Der Sektor bietet in einem Umfeld niedrigen Wachstums vergleichsweise attraktive Opportunitäten mit angemessenen Bewertungen.

Carmignac gibt sich in den Medien immer recht skeptisch, was die weitere Entwicklung an den Märkten in diesem Jahr angeht. Wo sehen Sie die größten Gefahren?
Das haben Sie sehr nett ausgedrückt (lacht). Wir sind in der Tat derzeit sehr konservativ aufgestellt und wir sehen aktuell auch keinen Grund, bullisher zu agieren. Das Wachstum in Europa beschleunigt sich nicht. Und selbst wenn es das täte, wir kaufen ja nicht das Wirtschaftswachstum von Staaten ein, sondern wir kaufen Unternehmensgewinne ein – und die stagnieren ebenfalls.

Bei all den Diskussionen um die Geldpolitik der Zentralbanken sind es immer noch die Unternehmensdaten, die Sie am meisten interessieren?
Ja. Die Zweifel im Markt nehmen zu, die Marktteilnehmer glauben nicht mehr daran, dass die EZB die Aktienpreise weiter antreiben kann. Deswegen sind die Menschen aktuell auch nicht dazu bereit, bei solch hohen Preisen Aktien zu kaufen.

Gold hat zu Beginn des Jahres deutlich zugelegt. Viele flüchten sich in den vermeintlich sicheren Hafen…
Das ist eine gute Wahl. Bei Carmignac können wir bei UCIT-Fonds nicht in physisches Gold investieren, aber wir sind bei Goldminen-Unternehmen dabei. Das ist zwar kein perfekter Ersatz zu direkten Goldinvestments, aber eine gute Alternative, um Währungsrisiken zu vermeiden.

Kann sich dieser Kursanstieg noch fortsetzen?
Mittelfristig ja. Der Trend kann von der Stimmung der Investoren sogar noch beschleunigt werden. Aber auch Rücksetzer sind möglich. Man investiert ja in Gold, um langfristig Liquidität zu sichern.

Der Ölpreis ist in diesem Jahr von seinem Tiefpunkt bereits etwa 40 Prozent gestiegen. Wie wird es hier weitergehen?
Wir haben für das Ende des Jahres einen Ölpreis von ca. 45 Dollar pro Barrel prognostiziert. Die Jahreshöchststände kamen dieser Marke schon sehr nahe. Die Produktion der ölfördernden Länder ist auf ihrem Höhepunkt angekommen, wodurch die Angebotskapazitäten beschränkt sind. Hinzu kommt, dass die Rückkehr des Iran an den Ölmarkt wahrscheinlich überschätzt wird. Auch während der Sanktionen konnte der Iran sein Öl über Backchannels am Weltmarkt platzieren. Zudem sehen wir eine Kontraktion der Schieferölproduktion in den USA. Das Marktumfeld favorisiert einen steigenden Ölpreis. Nicht alle Unternehmen werden von dieser Entwicklung profitieren. Es kommt darauf an, die richtigen zu identifizieren.

Welches sind denn die richtigen Unternehmen?
Dazu zählen unserer Ansicht nach überwiegend nordamerikanische Firmen, wie zum Beispiel Suncor Energy und Anadarko Petroleum.

Derzeit ist es fast unmöglich, über Finanzthemen zu reden, ohne Zentralbanken zu erwähnen. Denken Sie, dass sich das bald ändern könnte?
Für die Zentralbanken wird es immer schwieriger, die Märkte zu stützen. Sie leisten bereits Schwerstarbeit, können aber die Produktivität der Unternehmen nicht steigern. Das Thema wird weiterhin wichtig bleiben, denn die unkonventionelle Geldpolitik hat deutlichen Einfluss auf die Finanzmärkte gehabt. Wenn die Gewinne wieder steigen sollen, dann müssen die Unternehmen produktiver werden. Investoren achten bereits wieder verstärkt auf die Gewinnmargen, nicht mehr so sehr darauf, was die Zentralbanken machen. Die Bewertung der Unternehmen am Kapitalmarkt muss mit den Fundamentaldaten zusammenpassen. Das aktuelle Marktverhalten zeigt, dass wir vor einer Rückkehr zur Fundamentalanalyse stehen.

Herr Médecin, vielen Dank für das Gespräch.


Zurück zum ersten Teil:
Carmignac: „Die Märkte stellen die Macht der Zentralbanken in Frage“
13.04.2016,

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