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Daniel Godfrey Der „Jerry Maguire“ des Asset Managements

Daniel Godfrey Foto: © / Gage Skidmore /flickr/CC BY-SA 2.0Was Tom Cruise mit der britischen Vereinigung der Asset Manager zu tun hat.

Mehr Transparenz, mehr Interesse für die Belange des Kunden und einfache Regeln für Provisionen. Der ehemalige Chef der Investment Association, Daniel Godfrey, hat sich mit diesen Forderungen zum „Jerry Maguire“ des Asset Managements gemacht.


In dem Spielfilm Jerry Maguire von Regisseur Cameron Crow aus dem Jahr 1996 spielt Tom Cruise einen erfolgreichen Sport-Agenten, der nach einem schriftlichen Aufruf zu mehr Ehrlichkeit in der Branche von seinem Arbeitgeber entlassen wird und sich fortan allein durchschlagen muss.

Abseits von Hollywood hat jetzt auch die Finanzbranche ihren eigenen „Jerry Maguire“ erschaffen: Daniel Godfrey war Chef der Investment Association, einer Vereinigung der mächtigsten Asset Manager in Großbritannien, die zusammen genommen Assets im Wert von über 5,5 Billionen Pfund verwaltet. Diese Vereinigung mit über 200 Mitgliedern – unter ihnen Schroders, M&G Investments, Aberdeen Asset Management und Henderson – hat das Vertrauen in Daniel Godfrey verloren. Der ehemalige Chef von IA musste im Oktober seinen Hut nehmen, weil er eine Branche von innen reformieren wollte, mit mehr Transparenz und vereinfachten Regeln für Provisionen.

Godfrey stellte ein Programm mit zehn Verhaltensregeln auf, dem sich alle Fondsmanager der IA verpflichtet fühlen sollten. Die oberste Direktive des Programmes lautete: „Die Belange des Kunden stehen über denen des Fondsmanagers.“ Godfrey ist damit erstaunlich nah an den Grundsätzen, die auch Jerry Maguire in seinem schriftlichen Aufruf an seine Kollegen richtet: „Weniger Kunden, weniger Geld.“ Denn dazu kann es kommen, wenn man – wie Godfrey es gern hätte – den Kunden in einer einfachen Sprache die Prinzipien hinter dem Anreizsystem aus Provisionen erklärt, die für die Arbeit der Fondsmanager gelten. Allerdings muss es nicht so weit kommen, denn der finanzielle Anreiz einer Provision steht das ja auch im Einklang mit der Renditeentwicklung des Fonds, in den der Kunde investiert. Aber: Auch das muss man leicht verständlich erklären können.

M&G-Manager verdient 15 Millionen Pfund in einem Jahr
Viele Fondsgesellschaften unterstützen Aktionen zu Transparenz und verpflichten sich, Aufklärungsarbeit zu leisten. Sie waren dennoch verärgert über den unerwarteten Vorstoß Godfreys, denn dieser hatte im Alleingang gehandelt und sich vorher nicht mit den Fondsgesellschaften abgesprochen.

Daher konnte Godfrey (siehe Foto, links) mit diesem Programm die Mitglieder der Investment Association nicht überzeugen. Nur 25 Gesellschaften unterstützten seine Leitlinien für mehr Transparenz und vereinfachte Provisionen mit ihrer Unterschrift. Das sind gerade einmal 12,5 Prozent aller in der Vereinigung vertretenen Unternehmen. Weil Daniel Godfrey sich wie ein Regulator verhielt, anstatt die Interessen der Fondsgesellschaften zu vertreten, wurde er zum Jerry Maguire des Asset Managements.

Eine der Gesellschaften, die öffentlich den Rücktritt von Godfrey forderte, war M&G. Für M&G arbeitet einer der am besten bezahlten Fondsmanager: Aktienprofi Richard Woolnough verdiente im vergangenen Jahr 15 Millionen Pfund, berichtet die Financial Times. Das ist mehr als 97 Prozent aller CEOs der britischen Blue-Chip-Unternehmen.

Investmentmanager sind selbst Shareholder großer Aktienblöcke. Sie sollten Godfrey zufolge diese Diskrepanzen daher öffentlich ansprechen. „In den vergangenen 20 Jahren hat die Bedeutung von Shareholder-Aktivismus stetig zugenommen, doch das Resultat daraus ist, dass die Strukturen komplizierter werden und die Gehälter gestiegen sind – meine Kinder würden das einen Epic Fail nennen“, so Godfrey.

Um seinem Wunsch nach mehr Bildung für private Investoren nachzukommen, wird Godfrey ab sofort eine monatliche Kolumne für die Financial Times schreiben. Dabei wird er sich auf Fondsgebühren spezialisieren und neue Geschäftsmodelle vorstellen, die der Verantwortung des Managements fremder Gelder gerecht werden.

Klarheit über offene und versteckte Provisionen
FondsDISCOUNT.de setzt sich für mehr Transparenz ein und informiert regelmäßig auf dem Börsentag in einem Vortrag mit dem Titel „Klarheit über offene und versteckte Provisionen“ über das Thema. Der nächste Börsentag mit Jens Grützner und Marco Witteck von FondsDISCOUNT.de findet am Samstag, den 14. November, in Nürnberg statt. Interessierte können sich kostenlos für den Vortrag anmelden.
13.11.2015,

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