Das Berliner Crowdinvesting-Projekt „Luvebelle“ galt als besonders risikoarm. Dennoch haben jetzt zwei involvierte Projektentwicklungsgesellschaften Insolvenz angemeldet. Die Crowdinvesting- Plattform Zinsland zeigt sich ebenfalls überrascht, gerade weil das Projekt als gesund galt.


Zinsland selbst sei erst am vergangenen Freitag durch den Projektinitiator und Geschäftsführer der Projektgesellschaften (konkret geht es um die Conrem-Ingenieure GmbH und die Arplan Projektgesellschaft Alpha 1 GmbH) davon in Kenntnis gesetzt worden, dass er für die Gesellschaften des Immobilienprojektes "Luvebelle" und "Luvebelle II" einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht München eingereicht hat.


Die wirtschaftliche Lage des Projekts hält Zinsland für weiterhin positiv, da laut dem Unternehmen der bereits vertraglich abgesicherte Verkauf wirtschaftlich so auskömmlich ist, dass alle Forderungen von Bauunternehmen und auch qualifizierten Nachrangdarlehensgebern nach Kaufpreiszahlung bezahlt werden können sollten. Jedoch sei die Liquiditätssituation derzeit nicht gesichert, da Kaufpreiszahlungen vom Baufortschritt abhängen und dieser sich verzögert hat. Der Projektinitiator ist in Gesprächen mit dem Käufer, um hier eine Lösung zu finden. Laut Zinsland, der sich auf den Projektinitiator bezieht, werden die Bauarbeiten fortgeführt.


 Das Statement von Zinsland im Wortlaut:


„Zinsland gehört mit seiner Online-Plattform und seinen hohen Transparenzstandards zu den etablierten Anbietern für Immobilien-Crowdinvesting in Deutschland. Seit Gründung im Jahr 2014 vermittelt Zinsland Mezzanine-Kapital für Immobilien-Projektentwickler. Bis heute konnte Zinsland mehr als 25,5 Mio. Euro von knapp 3.000 Privatanlegern in Form von Crowdinvestings und Club-Deals einwerben. Insgesamt wurden 32 Projekte mit 20 Projektentwicklern in Deutschland und Österreich erfolgreich mitfinanziert. 2017 wurde Zinsland das zweite Jahr in Folge von der Initiative Banking-Check mit dem 1. Platz als beste Crowdinvesting-Plattform ausgezeichnet. Zinsland arbeitet mit erfahrenen Projektentwicklern zusammen, die ihre Projekte erfolgreich realisiert haben.


Zinsland wurde am Freitag, den 15. September 2017, durch Heinz Michael Groh, Projektinitiator und Geschäftsführer der Projektgesellschaften, davon in Kenntnis gesetzt, dass er für die ARPLAN Projektgesellschaft Alpha 1 GmbH und CONREM-INGENIEURE GmbH einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht München eingereicht hat. Bis dato ist allerdings noch kein Insolvenzverfahren eröffnet worden.


Dipl.-Ing. Heinz Michael Groh ist Architekt und seit vielen Jahren Projektentwickler, der in den letzten Jahren zahlreiche Projekte erfolgreich im Bundesgebiet realisieren konnte.


Zum Immobilienprojekt Luvebelle gab es zwei Fundingphasen:


Das Funding für Luvebelle war am 28.04.2016 gestartet und am 31.05.2016 abgeschlossen. Es wurden insgesamt 499.500 Euro von 274 Investoren für die CONREM-INGENIEURE GmbH projektbezogen für das Vorhaben Luvebelle eingeworben. Die Finanzierung erfolgte investorenseitig durch qualifizierte Nachrangdarlehen.


Das Funding für Luvebelle II war am 20.06.2017 gestartet und am 30.06.2017 abgeschlossen. Es wurden insgesamt 750.000€ von 12 Investoren für die ARPLAN Projektgesellschaft Alpha 1 GmbH projektbezogen für das Vorhaben Luvebelle II eingeworben. Die Finanzierung erfolgte investorenseitig durch qualifizierte Nachrangdarlehen.


Das Objekt in Berlin Tempelhof, bei dem 52 Micro-Apartments entstehen, ist bereits an einen Global-Investor verkauft, der Kaufpreiszahlungen nach Baufortschritt leistet.


Die wirtschaftliche Lage des Vorhabens ist nach Aussage des Projektinitiators und Gesellschafters weiterhin positiv, da der bereits vertraglich abgesicherte Verkauf wirtschaftlich so auskömmlich ist, dass alle Forderungen von Bauunternehmen und auch qualifizierten Nachrangdarlehensgebern nach Kaufpreiszahlung bezahlt werden können sollten. Jedoch sei die Liquiditätssituation derzeit nicht gesichert, da Kaufpreiszahlungen vom Baufortschritt abhängen und dieser sich verzögert hat. Der Projektinitiator ist in Gesprächen mit dem Käufer, um hier eine Lösung zu finden. Laut Aussage des Projektinitiators werden die Bauarbeiten fortgeführt.


Zinsland setzt sich im Interesse der Anleger dafür ein, dass der Projektinitiator den Insolvenzantrag zurücknimmt (ohne dies allerdings final beeinflussen zu können) und die Arbeiten auf der Baustelle in vollem Umfang fortgesetzt werden. Das Ziel aller Beteiligten ist es das Projekt gemäß Planung fertig zu stellen und somit auch die volle Rückzahlung der qualifizierten Nachrangdarlehen an die Anleger zu leisten. Die vorläufigen Insolvenzverwalter, die Bauunternehmen und alle beteiligten Parteien werden sich kurzfristig treffen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.“

Fazit: Generell kommt die Meldung zu einer Zeit, in der vor großen Risiken bei der Schwarmfinanzierung gewarnt wurde, etwa von Finanztest. Es war daher auch zu erwarten, dass eines von den zahlreichen Projekten dieses Millionenmarktes in Schieflage geraten kann. Gerade aufgrund des Risikos ist es wichtig, wie bei jeder anderen Geldanlage auch, seine Investitionen zu streuen.