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Gastbeitrag Fondsgesellschaften sind Spurenleger im Markt

Gastbeitrag Foto: © / Frank Wagner / fotoliaWill man wissen, wann es bergauf geht, muss man sich die Marktakteure anschauen.

Banken, Fondsgesellschaften, Versicherungen und institutionelle Investoren hinterlassen Spuren im Markt. Sie alle wollen Gewinne erzielen und Verluste begrenzen. Trader müssen diese Spuren im Markt lesen und daraus die richtigen Schlüsse ziehen.


In seinem Buch „Die Berufsausbildung zum Trader“ beschreibt Börsenprofi Uwe Wagner die Mechanismen der Finanzmärkte. Nicht die Anlagestrategie, sondern die Akteure – wie zum Beispiel Fondsgesellschaften – stehen dabei im Mittelpunkt der Betrachtung. Ihre Aktivitäten hinterlassen Spuren, die wiederum andere Akteure zum Handeln anregen. Die Marktanalysen von professionellen Tradern, ihre Abgrenzung zu Fondsmanagern sowie die Herangehensweise von Autodidakten werden hier beleuchtet.

Der Fondsmanager selbst ist kein Trader, sondern ein Investor, der das Kapital der Anleger gewinnbringend am Markt anlegen muss. Er erteilt Kaufs- oder Verkaufsorder, welche in der Regel von einem oder mehreren Händlern abgearbeitet werden. Das Fondsmanagement trifft diese Entscheidungen auf der Basis der spezifischen Anlagestrategie. Große Marktteilnehmer können dadurch die Märkte bewegen. Der Trader erkennt diese Tendenzen und springt auf steigende Kursbewegungen auf. In dem folgenden Gastbeitrag erklärt Uwe Wagner, dass neben einer spezifischen Anlagestrategie auch das Lesen der Spuren im Markt für den Erfolg an der Börse verantwortlich ist.

Es sind die Spuren im Markt, die wir verstehen müssen

Eine verbreitete Methode der primären Marktbeurteilung unter aktiven Tradern, besonders unter jenen aus dem privaten Bereich, ist die Fokussierung auf Instrumentarien der technischen oder quantitativen Analyse. Dabei stehen bestimmte Vorgehensweisen und Auswertungen im absoluten Mittelpunkt und das Bestreben dieser Akteure besteht darin, diese oder vergleichbare Methodiken stetig zu verbessern und zu verfeinern. Und doch verbessert sich nicht zwingend der Handelserfolg, was aber nicht zu einem Überdenken der Vorgehensweise führt, sondern mitunter nur noch härteres Arbeiten an dem gewählten Analyseansatz zur Folge hat.

Doch was impliziert diese Vorgehensweise?

Sie unterstellt, ob bewusst oder unbewusst, dass ein Markt nach fassbaren Regeln beurteilbar ist und sich daraus stets klare und immer wieder erfolgreich verwertbare Prognosen der Kursentwicklung ableiten lassen. Man müsse nur tief genug in die Analysemethode eintauchen und schon ist der Erfolg auch realistisch möglich. Doch leider folgen die Kurse der analysierten Börsenwerte nicht einem unterlegten und nur zu entschlüsselndem Grundmuster. Und somit geht die investierte Energie meist ins Leere. Damit soll nicht gesagt werden, dass Marktanalysen wertlos sind. Ganz im Gegenteil: Sie sind sogar sehr wertvoll, sofern man ihre tatsächliche Aussagekraft und ihre wirkliche Stellung im Gesamtgefüge der Arbeit im Markt beachtet.

Klassische Analyseansätze sind gut und wichtig im Zusammenhang mit der Diagnose der Märkte und lassen mitunter statistisch belegbare Szenario-Diskussionen zu. Aber für eine zuverlässig verwertbare Prognose eignen sich diese kaum. Es gibt dafür folgende Begründungen:

Erstens: Märkte sind reflexiv. Das heißt, der zu beobachtende Akteur ist gleichzeitig Beobachter, was zwangsläufig Einfluss auf dessen Aktivität am Markt hat. Immerhin beobachten wir ja nicht eine Horde von Marsianerbörsianern, die keine Ahnung haben von dem, was wir wissen und einschätzen können, sondern wir beurteilen Marktteilnehmer mit einem freien Willen und in der Regel einem umfassenden Wissen über das, was sie dort tun.

Zweitens: Folglich ist der Einsatz von klassischen und beliebten Analysemethoden die Beurteilung der Wirkung, aber niemals der Ursache. Und gerade dieser letzte Punkt wird immer wieder missverstanden und meist isoliert betrachtet.

Was liegt demnach näher, als sich bei der Marktbewertung direkt auf die Ursache der Kursbewegungen zu beziehen, also die Akteure selbst?

Der Akteur steht im Mittelpunkt der Betrachtung

Genau hier liegt wahrscheinlich der wichtigste Unterschied zwischen der Herangehensweise des ausgebildeten professionellen Traders und des Autodidakten. Hier wird das Pferd von der anderen Seite her aufgezäumt. Nämlich der Akteur steht im Mittelpunkt der Betrachtung und die klassische Analyse kommt entweder nur als bestätigendes Element ins Spiel, viel mehr aber als ein weiteres reflexives Element zur Beurteilung des Marktgeschehens.

Um ein sinnvoll verwertbares Verständnis für den Markt entwickeln zu können, ist es notwendig zu wissen, welche Art von Akteure im jeweiligen Markt aktiv sind. Dieses Verständnis wird umso wichtiger, als dass man verstehen muss, dass etwa 90 Prozent aller marktbewegenden Handelsteilnehmer ganz konkrete, klar definierte und streng abgegrenzte Arbeitsbereiche haben. Es sind also nicht die großen Visionäre, die langfristigen Investoren oder die weitsehenden Analysten, welche den Markt und damit den Kursverlauf dominieren, sondern es sind die Akteure, welche zur Umsetzung eben dieser Visionen, Investments oder Markteinschätzungen ihre tagtägliche Arbeit am Markt durchführen. Es sind die Kommissionshändler, welche Orders abarbeiten, es sind die Arbitrageure (Marktteilnehmer, die Bewertungsunterschiede zwischen regional oder zeitlich auseinanderfallenden Märkten entdecken, Anm. d. Red.), welche Marktungleichgewichte ausnutzen und es sind die Optionshändler, welche die Kasse mit dem derivaten Markt verknüpfen. Es sind aber auch die täglich im Markt aktiven kurzfristig ausgerichteten Händler, welche initiierte Kursbewegungen der umsatzstärkeren Marktteilnehmer ausnutzen und damit verstärken.

Diese Akteure arbeiten sehr effektiv und sehr stringent in ihrem jeweiligen Arbeitsgebiet und setzen dabei auf jeweils bewährte und effiziente, damit auch antrainierte Vorgehens- und Umsetzungsweisen.

Und hier haken wir ein, denn jede mehr oder weniger marktbewegende Gruppe hinterlässt durch ihr entsprechendes Vorgehen im Markt eine spezielle Spur im Kursverlauf. Da diese Gruppen auch nicht beliebig auf verschiedene Märkte aufteilbar sind, sondern auch hier spezialisiert arbeiten, sollte ein jeder Trader auch seinen konkreten einen Markt bearbeiten und sich in das Verstehen und Durchdringen der jeweiligen Arbeitsweisen der Gruppen vertiefen und damit das Lesen und Ausnutzen der Spuren erlernen.

Dieses Vorgehen ist besonders für die Akteure wichtig, die nicht selbst durch ihr Vorgehen den Markt bewegen können, sondern darauf angewiesen sind, sich durch größere Marktteilnehmer „mittragen“ zu lassen. Zu den kursdominierenden Händlern gehören in erster Linie jene, welche so genannte Finalorders bearbeiten und damit nachhaltig das Angebots- / Nachfrageverhältnis im Markt verschieben können, was zu stetigen Auf- oder Abwärtstendenzen führt. Dazu gehören aber auch Arbitrageure zwischen Futures und Indizes (Basiswerte), die zumindest temporäre Bewegungsimpulse auslösen können. Der eher kurzfristig orientierte Berufshandel, der mehr im Bereich des Scalpings (Ausnutzen kleinster Kursschwankungen, Anm. d. Red.) aktiv ist, gehört schon nicht mehr zu den wirklich „marktmachenden“ Akteuren und benötigt die volumenstärkeren Teilnehmer als ihre so genannte Wirte. Doch sind auch diese Trader noch immer ausreichend groß, um charakteristische Spuren im Markt zu hinterlassen.

Damit wird deutlich, dass der Fokus eines sinnvollen Analyse-, Bewertungs- und Handelsansatzes den tragenden Akteur im Mittelpunkt haben muss, flankiert mit unterstützenden Diagnoseansätzen.

Tipp: Das Buch von Uwe Wagner „Die Berufsausbildung zum Trader“ ist im Finanzbuchverlag unter folgendem Link erhältlich.
28.12.2015,

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