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Bank-Experte: „Es wird nie mehr wieder hohe Zinsen geben“

Bank-Experte: Foto: © / Tiberius Gracchus / fotoliaDie Weltwirtschaft wird von der Geldpolitik der Zentralbanken beeinflusst.

Die EZB habe mit ihrer Niedrigzinspolitik eine ganze Anlageklasse uninteressant gemacht, sagt Robert Halver von der Baader-Bank. In einem Interview mit Wirtschaft TV verrät der Finanzmarkt-Experte, warum die Zinsen nie wieder steigen werden.


In einem Interview mit Wirtschaft TV spricht Robert Halver, Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank, über die Geldpolitik der EZB und deren Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Die Sparer müssten sich im Klaren darüber sein: „Es wird nie mehr wieder hohe Zinsen geben können.“ Die EZB müsse die Finanzmärkte auf unbestimmte Zeit mit billigem Geld versorgen. Aus dieser Rettungsnummer – die im Verlauf der europäischen Staatsschuldenkrise eingeleitet wurde – komme die EZB nicht mehr heraus. „Eine ganze Anlageklasse ist und bleibt uninteressant.“

Die EZB bringt jeden Monat 60 Milliarden Euro durch den Ankauf von Staatsanleihen in Umlauf und hat in der vergangenen Woche angekündigt, ihr Programm bei Bedarf sogar auszuweiten. Bislang wurde das Ziel verfehlt, die Inflation anzuheizen. Für das Gesamtjahr 2015 liegt die Preissteigerung Schätzungen zufolge bei lediglich 0,1 Prozent. Der Richtwert der Zentralbank beträgt 2,0 Prozent. EZB-Chef Mario Draghi könne also vermehrt Staats- oder sogar Unternehmensanleihen kaufen, glaubt Halver (siehe Video am Ende des Artikels).

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble warnte auf einer Veranstaltung beim Verband der Maschinenbauer (VDMA) davor, dass die Weltwirtschaft wie ein Drogenabhängiger von der Geldpolitik abhängig sei. Das führe vor allem bei der Altersvorsorge zu Problemen. Sparer bleibt indes nichts anderes übrig, als am Finanzmarkt aktiv zu werden.

„Wir laufen mit Brachialgewalt gegen die Wand“
Experten gehen davon aus, dass die historisch niedrigen Zinsen auch in den nächsten Jahren nicht wieder steigen werden. Stattdessen, warnt Halver, werde die verdeckte monetäre Staatsfinanzierung künftig immer öffentlicher und klarer erkennbar werden. Das Wachstum in der Eurozone lasse auf sich warten. Die EZB werde daher weiterhin die Konjunktur wirtschaftlich schwacher Länder stützen. Das habe zwar bisher noch in keinem Land funktioniert. Draghi versuche aber dennoch, „mit Brachialgewalt gegen die Wand zu laufen.“

Die Entwicklung an den Börsen sieht Halver indes hoffnungsvoll: „An neue Höchststände glaube ich nicht, aber an eine Jahresendrallye schon. Vielleicht sogar noch etwas mehr als 11.000 Punkte."

Bitte beachten Sie, dass das hier eingebundene Video vom Anbieter stammt. Die wallstreet:online capital AG hat die Richtigkeit der Angaben nicht überprüft und macht sich den Inhalt auch nicht zu Eigen. Bereitgestellt von: Wirtschaft TV
26.10.2015,

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